Höhe des Schutzes / Sicherungsgrenzen

Die Sicherungsgrenze bildet die Höchstgrenze der Absicherung für die Einlagen des einzelnen Kunden bei einer Bank. Die Sicherungsgrenze entspricht pro Kunde 20 Prozent der Eigenmittel1 der jeweiligen Bank. Sofern die gesamten Einlagen eines Kunden nicht über dieser Grenze liegen, sind sie vollständig gesichert.

Das Mindesteigenkapital einer Bank liegt in Deutschland bei 5 Millionen Euro. In diesem Fall wären also bereits pro Kunde 1 Million Euro geschützt. In den meisten Fällen ist dieser Betrag aber deutlich höher. So liegt die durchschnittliche Sicherungsgrenze bei 190 Millionen Euro pro Kunde pro Bank.

Im konkreten Beispiel bedeutet dies, dass bei einer Sicherungsgrenze von 10 Millionen Euro alle Kunden, deren Einlagen 10 Millionen Euro nicht übersteigen, vollständig geschützt sind. Mit anderen Worten: Auch wenn mehrere Kunden Einlagen in Höhe von jeweils 9 Millionen Euro haben, sind sie vollständig abgesichert.

Abweichend hiervon beträgt die Sicherungsgrenze für neu aufgenommene Institute bis zum Ende des dritten vollen Kalenderjahres ihrer Mitwirkung am Einlagensicherungsfonds grundsätzlich nur 250.000 Euro. Allgemeine Informationen über die Sicherungsgrenzen der einzelnen Banken können Sie hier abrufen: Mitwirkende Institute  Die exakte Sicherungsgrenze der einzelnen Banken können Sie hier abrufen: Sicherungsgrenzenabfrage

Da die Sicherungsgrenze abhängig von der Höhe der Eigenmittel der Bank ist, verändert sich mit der Höhe der Eigenmittel auch die Sicherungsgrenze. Sollten die Eigenmittel und damit die Sicherungsgrenze sinken, sind die Kundeneinlagen aber bis zur Fälligkeit oder bis zur nächstmöglichen Kündigung bis zur alten Sicherungsgrenze geschützt (sogenannte Nachhaftung).

Ein Rechtsanspruch auf eine Entschädigung besteht nicht. Dies hat praktische Gründe. Gäbe es einen Rechtsanspruch, wäre der Einlagensicherungsfonds eine Versicherung. Es fiele unter anderem Versicherungssteuer an und das Verfahren würde nicht nur komplizierter, sondern auch teurer. Deshalb hat der Bankenverband bei Gründung des Fonds – in enger Abstimmung mit dem Bundesfinanzministerium und der zuständigen Aufsicht – darauf verzichtet, einen Rechtsanspruch festzuschreiben. Der Einlagensicherungsfonds hat bisher in allen Entschädigungsfällen jeden Einleger entschädigt und sich zu keiner Zeit auf den nicht vorhandenen Rechtsanspruch berufen.

1 Eigenmittel im Sinne von Artikel 72 der Verordnung (EU) Nr. 575/2013 über Aufsichtsanforderungen an Kreditinstitute und Wertpapierfirmen (Capital Requirements Regulation, "CRR").

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