Fragen und Antworten

Was ist der Einlagensicherungsfonds?
Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist das freiwillige Einlagensicherungssystem der privaten Banken. Zahlreiche private Banken sind zusätzlich zur gesetzlichen Einlagensicherung freiwilliges Mitglied im Einlagensicherungsfonds. Denn der Schutz des Einlagensicherungsfonds beginnt dort, wo die Sicherung durch die EdB aufhört. 

 

Welche Aufgabe hat die Einlagensicherung?
Bei der Insolvenz eines Kreditinstituts schützt das Einlagensicherungssystem den Einleger. Ist eine Bank nicht in der Lage Kundengelder - also Einlagen - zurückzuzahlen, sind die Rückzahlungsansprüche der Kunden in gewissem Umfang durch die Einlagensicherungseinrichtungen abgesichert.

 

Wie kann ich erfahren, ob meine Bank dem Einlagensicherungsfonds angehört?
Eine aktuelle Übersicht der Banken, die dem Einlagensicherungsfonds angehören, finden Sie auf dieser Seite.

 

Warum erhalte ich einen „Informationsbogen für den Einleger“?
Banken sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Kunden regelmäßig über die gesetzliche Einlagensicherung zu informieren. Dazu versenden die Banken an ihre Kunden einmal jährlich den Informationsbogen für den Einleger. 

  • Wichtig zu wissen: Grund für die Zusendung ist nicht etwa eine Änderung des Schutzniveaus oder eine Schieflage der Bank. Die Kundenmitteilung enthält vielmehr grundsätzliche Informationen über das für die Bank zuständige Einlagensicherungssystem. Aufgeführt werden die Sicherungsobergrenze, die Erstattungsfrist, die Währung, in der erstattet wird, und die jeweiligen Kontaktdaten des Einlagensicherungssystems.
    Sie brauchen aufgrund dieser Information nicht aktiv werden. Das im Informationsbogen genannte Einlagensicherungssystem ist nur im Entschädigungsfall und nur für die Durchführung der Entschädigung der Kunden zuständig. In diesem Fall würden Sie direkt durch das Einlagensicherungssystem angeschrieben.
  • Bitte beachten Sie: Das Einlagensicherungssystem kann Ihnen keine Auskünfte über ihre Bank geben. Wenn Sie Fragen zur Kontoführung haben oder eine Auskunft suchen, wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Bank. So sparen Sie Porto und Zeit. Das betrifft zum Beispiel Kündigungen oder Kontoeröffnungsanträge. Die Einlagensicherungssysteme sind nicht befugt Schreiben für die Bank entgegenzunehmen und leiten diese auch nicht an die Bank weiter.

Weitergehende Informationen zur Einlagensicherung und Art und Umfang des Schutzes für Ihre Ersparnisse finden Sie auf unseren Webseiten.

Wie groß ist das Vermögen des Einlagensicherungsfonds?
Die Zielausstattung des Einlagensicherungsfonds ist angelehnt an die der gesetzlichen Einlagensicherung  auf 0,8% der gedeckten Einlagen festgelegt. Dieser Wert soll bis 2024 erreicht sein. 

 

Wie leistungsfähig ist der Einlagensicherungsfonds?
Seit seiner Gründung 1976 konnte der Einlagensicherungsfonds in allen Entschädigungsfällen sämtliche Ansprüche von betroffenen Bankkunden vollumfänglich entschädigen und wird dies auch in Zukunft leisten. 

 

Woher bekommt der Einlagensicherungsfonds sein Geld? 
Der Einlagensicherungsfonds finanziert sich durch eine Umlage, die die mitwirkenden Kreditinstitute jährlich zahlen. Darüber hinaus kann der Einlagensicherungsfonds in bestimmen Situationen Sonderumlagen von seinen Mitgliedern erheben.
 

Was ist die Sicherungsgrenze?
Die Sicherungsgrenze bildet die Höchstgrenze der Absicherung für das Guthaben des einzelnen Kunden bei einer Bank. Die Sicherungsgrenze entspricht pro Kunde 15 % des haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank, mindestens 750.000 Euro pro Kunde. Sofern die gesamten Einlagen eines Kunden nicht über dieser Grenze liegen, sind sie vollständig gesichert.

Kann sich die Sicherungsgrenze einer Bank ändern?
Ja, die Sicherungsgrenze kann sich ändern, da sie abhängig den Eigenmitteln der jeweiligen Bank ist. Verändern sich die Eigenmittel, z. B. durch eine unterjährige Kapitalerhöhung, verändert sich auch die Sicherungsgrenze.
Die individuelle Sicherungsgrenze einer Bank kann hier abgefragt werden.

Umfasst der Entschädigungsanspruch auch Zinsen? 
Im Rahmen der Sicherungsgrenze umfasst die Entschädigung auch Ansprüche auf Zinsen für den Zeitraum bis zur Feststellung des Entschädigungsfalls. Der ESF leistet Zahlungen jedoch nur für Zinsen in marktüblicher Höhe.

Sind entschädigte Zinsen steuerpflichtig?
Ja, die vom Einlagensicherungsfonds ausgezahlten Zinsen sind steuerpflichtig. Für diese Zinsen hat kein Kapitalertragssteuerabzug stattgefunden. Bitte berücksichtigen Sie dieses im Rahmen Ihrer Steuererklärung. Falls Sie hierzu Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater.

Wie sind Gemeinschaftskonten, z.B. von Ehegatten, geschützt? 
Grundsätzlich gilt der Schutzumfang pro Kreditinstitut und pro Kunde, unabhängig von der Anzahl der Konten. Im Falle von Eheleuten können aber beide Kontoinhaber je einen Betrag von mindestens 750.000 Euro beanspruchen. Das Guthaben (bzw. auch die Forderungen) wird auf die einzelnen Kontoinhaber zu gleichen Teilen verteilt, sofern nicht bei der Kontoeröffnung eine abweichende Regelung vereinbart wurde. 
Sofern Inhaber von Gemeinschaftskonten auch über Einzelkonten bei demselben Kreditinstitut verfügen, werden diese bei der Berechnung der Höhe der Entschädigung für den betreffenden Kontoinhaber berücksichtigt.

  • Bsp.: Das Ehepaar Mustermann verfügt bei Bank X über ein Gemeinschaftskonto mit einem Guthaben von 180.000 Euro sowie über Einzelkonten mit einem Guthaben von 50.000 Euro im Falle von Frau Mustermann sowie 70.000 Euro im Falle von Herrn Mustermann. 
    Der Anspruch von Frau Mustermann beträgt 90.000 Euro aus dem Gemeinschaftskonto sowie 50.000 Euro aus dem Einzelkonto, insgesamt also 140.000 Euro. 
    Der Anspruch von Herrn Mustermann beträgt 90.000 Euro aus dem Gemeinschaftskonto sowie 70.000 Euro aus dem Einzelkonto, insgesamt 160.000 Euro. 

Welche Einlagen werden gesichert?
Unter den Schutz des Einlagensicherungsfonds fallen Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten, Festgelder, Sparguthaben sowie Sparbriefe. Verbindlichkeiten, über die eine Bank Inhaberpapiere ausgestellt hat, wie z.B. Inhaberschuldverschreibungen und Zertifikate, werden hingegen nicht geschützt.

 

Wie sind natürliche Personen geschützt?
Sicht-, Spar- und Termineinlagen natürlicher Personen, auch soweit sie in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit handeln z.B. als Freiberufler, Handwerker oder Landwirt, sind bis zur Sicherungsgrenze geschützt. Diese beläuft sich seit 1. Januar 2020 auf 15% des haftenden Eigenkapitals. In der Regel sind damit pro Kunde mindestens 750.000 Euro pro Bank geschützt. Bei vielen Banken liegt die Sicherungsgrenze jedoch deutlich höher. Auch auf den Namen lautende Sparbriefe sind für private Einleger durch die freiwillige Einlagensicherung geschützt. Gleiches gilt für Stiftungen.

 

Wie sind Stiftungen geschützt?
Es werden rechtsfähige Stiftungen deutschen Rechts oder Stiftungen ausländischen Rechts, die rechtsfähigen Stiftungen deutschen Rechts vergleichbar sind geschützt. Der Schutzumfang entspricht demjenigen für natürliche Personen.

 

Wie sind Bund, Länder, Kommunen und bankähnliche Kunden geschützt?
Einlagen von Bund, Länder, Kommunen und bankähnliche Kunden sind nicht vom freiwilligen Einlagensicherungsfonds geschützt. Sie verfügen als professionelle Marktteilnehmer über die notwendigen Kenntnisse, um Risiken einschätzen zu können.
Für vor dem 30.09.2017 getätigte Einlagen dieser Kundengruppen, die über den 1. Oktober 2017 hinaus laufen, gilt ein Bestandsschutz. Mit Fälligkeit endet der Bestandsschutz.

 

Unterfallen Körperschaften / Anstalten des öffentlichen Rechts dem Ausschluss staatlicher Stellen?
Nein. Ausgeschlossen werden nur Gebietskörperschaften, d.h. Bund, Länder und Gemeinden. 
Körperschaften / Anstalten des öffentlichen Rechts und privatrechtlich verfasste Unternehmen in staatlichem Eigentum (Stadtwerke) werden geschützt. Sie unterfallen jedoch seit dem 1. Oktober 2017 der Regelung zum Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats-Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind juristische Personen und Personengesellschaften geschützt?
Juristische Personen, Personengesellschaften (z.B.: OHG, KG), teilrechtsfähige Gesellschaften (z.B.: GbR WEG) nicht rechtsfähige Vereine und Partnerschaften nach dem PartGG sind grundsätzlich geschützt. Allerdings werden diese nicht wie natürliche Personen und rechtsfähige Stiftungen privilegiert geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind eingetragene Vereine geschützt?
Eingetragene Vereine sind grundsätzlich geschützt. Allerdings werden diese nicht wie natürliche Personen und rechtsfähige Stiftungen privilegiert geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind Sondervermögen staatlicher Stellen geschützt?
Sondervermögen staatlicher Stellen sind nicht geschützt, sofern es sich um unselbstständige Sondervermögen von Gebietskörperschaften handelt. Diese werden ihrem Rechtsträger zugerechnet.
Sofern es sich jedoch um selbstständige Sondervermögen oder um unselbstständige Sondervermögen von Körperschaften / Anstalten des öffentlichen Rechts handelt werden diese geschützt. Sie unterfallen jedoch seit dem 1. Oktober 2017 der Regelung zum Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats-Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind Eigenbetriebe und Regiebetriebe geschützt?
Eigen- und Regiebetriebe sind nicht durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds geschützt.
Regiebetriebe sind rechtlich unselbstständige kommunale Unternehmen die (haushalts-) rechtlich und organisatorisch in die jeweilige Gemeinde integriert sind. Sie werden daher wie die Gemeinde selbst behandelt, die als Gebietskörperschaft nicht geschützt wird. Eigenbetriebe sind kommunale Unternehmen ohne eigene Rechtspersönlichkeit und bilden ein eigenes rechtlich unselbstständiges kommunales Sondervermögen. Demzufolge werden sie wie die sie tragende Gemeine behandelt und nicht geschützt.

 

Wie sind kommunale Zweckverbände geschützt?
Kommunale Zweckverbände sind grundsätzlich geschützt. Sie sind zwar Zusammenschlüsse von kommunalen Gebietskörperschaften zur gemeinsamen Erfüllung einzelner Verwaltungsaufgaben, sind aber selbst Körperschaft des öffentlichen Rechts und keine Gebietskörperschaft. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind kirchliche Institutionen geschützt?
Kirchliche Institutionen werden grundsätzlich geschützt. Allerdings werden diese nicht wie natürliche Personen und rechtsfähige Stiftungen privilegiert geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind bankähnliche Kunden geschützt?
„Bankähnlichen Kunden“ sind nicht durch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds geschützt.
Neben Kreditinstituten im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Nr. 1 CRR ( Capital Requirements Regulation) sind auch Finanzinstitute im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Nr. 26 CRR und Wertpapierfirmen im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Nr. 1 MiFiD (Markets in Financial Instruments Directive) ausgeschlossen. Dies sind Finanzholdinggesellschaften, Zahlungsinstitute, Vermögensverwaltungsgesellschaften und Unternehmen die im Kreditgeschäft, dem Factoringgeschäft, dem Finanzierungsleasing, im Handel mit Finanzinstrumenten, dem Emissions- oder Platzierungsgeschäft, der Corporate Finance Beratung, der Portfolioverwaltung sowie im Depotgeschäft tätig sind.

 

Wie sind Kapitalanlagegesellschaften geschützt?
Kapitalanlagegesellschaften werden als Finanzinstitute im Sinne des Art. 4 Abs. 1 Nr. 26 CRR (Capital Requirements Regulation) nicht geschützt.

 

Wie sind Pensions- und Rentenfonds geschützt?
Pensions- und Rentenfonds sind grundsätzlich geschützt. Allerdings werden diese nicht wie natürliche Personen und rechtsfähige Stiftungen privilegiert geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind Fonds geschützt?
Organismen für Gemeinsame Anlagen im Sinne von Art. 4 Abs. 1 Nr. 7 CRR (Capital Requirements Regulation) werden grundsätzlich geschützt. Dabei gilt jedes Sondervermögen als ein selbstständiger Gläubiger und nicht als mit der es verwaltenden Kapitalanlagegesellschaft verbunden. Allerdings werden diese nicht wie natürliche Personen und rechtsfähige Stiftungen privilegiert geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind vermögensverwaltende Gesellschaften geschützt?
Vermögensverwaltende Gesellschaften werden grundsätzlich geschützt, sofern es sich nicht um Finanzinstitute im Sinne des Art. 4 Abs. 1 Nr. 26 CRR (Capital Requirements Regulation) handelt. Dies ist anzunehmen, wenn die vermögensverwaltende Gesellschaft die Finanzinstrumente ausschließlich zu Zwecken der Anlage eigenen Vermögens erwirbt, veräußert oder hält und hierbei nach der Verkehrsanschauung und dem Gesamtbild der Verhältnisse nicht wie ein Händler am Markt tätig wird. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind (Rück-) Versicherungsunternehmen geschützt?
Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen sind grundsätzlich geschützt. Sie unterliegen dem Ausschluss von Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen und seit dem 1. Januar 2020 der 18-Monats Regelung.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, gilt Bestandsschutz. Sofern die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann, erlischt der Bestandsschutz.

 

Wie sind Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen geschützt?
Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen werden uneingeschränkt geschützt, sofern sie von natürlichen Personen oder rechtsfähigen Stiftungen gehalten werden.
Für alle anderen Gläubiger besteht kein Schutz.
Für Namensschuldverschreibungen und Schuldscheindarlehen, welche vor dem 30.09.2017 gezeichnet wurden, besteht ein Bestandsschutz bis die Verbindlichkeit fällig wird, gekündigt oder anderweitig zurückgefordert werden kann oder im Wege der Einzel- oder Gesamtrechtsnachfolge auf einen anderen Gläubiger übergeht. Bei der Möglichkeit der Kündigung wird auf die mögliche Kündigung durch den Gläubiger der Verbindlichkeit abgestellt.

 

Wird mein Depot (Aktien, Investmentfonds, Zertifikate etc.) ebenfalls vom Einlagensicherungsfonds geschützt?
Wertpapiere schützt der Einlagensicherungsfonds grundsätzlich nicht, hierzu besteht auch kein Grund. Depots werden lediglich von der Bank verwahrt, sie bleiben aber im Eigentum des Kunden. Im etwaigen Insolvenzfall können Sie Ihr Depot auf ein anderes Institut übertragen lassen, sofern der Bank keine Sicherungsrechte zustehen. Sie können daher auch während eines Moratoriums jederzeit die Herausgabe der Ihnen gehörenden Papiere verlangen. Die Bank darf trotz des Zahlungs- und Veräußerungsverbotes diesem Begehren nachkommen, da ihr die Herausgabe fremder Sachen nicht verwehrt ist.

 

Sind Einlagen bei Zweigniederlassungen im Ausland auch geschützt?
Einlagen, die bei einer unselbstständigen Zweigniederlassung im Ausland (z.B. ING DiBa Direktbank Austria) gehalten werden, sind im Rahmen der deutschen Sicherungsgrenze – die Sie per Mailformular abfragen können – geschützt. Dabei spielt es keine Rolle, welche Staatsangehörigkeit der Bankkunde hat oder in welchem Land er seinen Wohnsitz hat.

 

Was passiert mit meinen Einlagen, wenn meine Bank mit einer anderen Bank fusioniert?
Ist die neue Bank Mitglied im Einlagensicherungsfonds, unterliegen Ihre Einlagen weiterhin dem Schutz des ESF. Die Fusion kann eine Anpassung der Sicherungsgrenze zur Folge haben. Die aktuelle Höhe der Sicherungsgrenze für die neue Bank kann auf unserer Webseite erfragt werden. 
Sofern die Bank, auf die fusioniert wird, nicht Mitglied im Einlagensicherungsfonds ist, so bleiben bisher durch den Einlagensicherungsfonds geschützte Einlagen weiter geschützt bis zu ihrer Fälligkeit (Bestandsschutz). Danach entfällt der Schutz durch den Einlagensicherungsfonds. 

 

Was passiert, wenn eine Bank aus dem Einlagensicherungsfonds ausscheidet?
Einlagen, die vor Ausscheiden einer Bank aus dem Einlagensicherungsfonds bei dieser Bank getätigt wurden, genießen eine Art Bestandschutz. Dies bedeutet konkret, dass solche Einlagen bis zur Höhe der „alten“ Sicherungsgrenze bis zur Fälligkeit bzw. bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin voll durch den Einlagensicherungsfonds geschützt werden. Die Bank ist zudem verpflichtet, ihre Kunden unverzüglich über ihr Ausscheiden in Kenntnis zu setzen und sie auf die Folgen hinzuweisen, die sich daraus ergeben.

Was ist ein Moratorium? 
Ein Moratorium wird durch die zuständige Aufsichtsbehörde, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), verhängt im Falle der Gefahr einer Insolvenz eines Kreditinstituts. Damit einher geht beispielsweise das Verbot gegenüber dem Kreditinstitut, Zahlungen zu leisten - also beispielsweise Einlagen oder zugesagte Kredite auszuzahlen - oder Vermögensgegenstände zu veräußern. Die Bank darf lediglich Zahlungen entgegennehmen, die zur Tilgung von Schulden bestimmt sind. Ein Moratorium wirkt sich nicht auf die Verpflichtungen der Kunden gegenüber ihrer Bank aus, d.h. Kredite sind in gewohnter Weise zu bedienen. 
Das Moratorium gibt der Aufsicht die Möglichkeit, zu prüfen, ob das Institut wirtschaftlich in der Lage ist, seinen Betrieb ggf. mit Unterstützung wieder aufzunehmen, ohne dass in dieser Zeit Vermögen aus dem Kreditinstitut abfließt. Sofern die Prognose negativ ist, kommt es meist zur Insolvenz des Kreditinstituts. 

 

Wann tritt der Entschädigungsfall ein?
Der Entschädigungsfall ist die förmliche Feststellung der Bundesanstalt für BaFin, dass das Institut nicht mehr in der Lage ist, die anvertrauten Einlagen zurückzuzahlen und/oder Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften zu erfüllen bzw. tritt ein, wenn das Moratorium bereits sechs Wochen andauert. Erst mit der förmlichen Feststellung des Entschädigungsfalls durch die BaFin darf der Einlagensicherungsfonds damit beginnen, die Einlegerentschädigung durchzuführen. In diesem Fall werden alle geschützten Einleger unverzüglich über die Feststellung des Entschädigungsfalls und das Entschädigungsverfahren per Brief informiert.

 

Wie lange dauert es, bis ich mein Geld wiederbekomme? 
Gesetzliche Entschädigungsansprüche sind grundsätzlich innerhalb von sieben Arbeitstagen nach der Feststellung des Entschädigungsfalls zu erfüllen. Diese Frist wird freiwillig auch durch den ESF erfüllt. Die konkrete Dauer hängt unter anderem von der Zahl der Kunden und der internen Organisation der Bank ab.

 

Wie läuft die Entschädigung ab?
Bevor das Geld an die Bankkunden ausgezahlt werden kann, müssen im Entschädigungsfall zunächst die Namen der Kunden festgestellt und die Höhe der Guthaben ermittelt werden. Sobald die Kundendaten ausgewertet sind, werden alle geschützten Einleger angeschrieben, um ihre neue Bankverbindung in einem Formular mitzuteilen. Nachdem dieses vom Kunden unterschriebene Formular bei der Einlagensicherung eingegangen und erfasst ist, erfolgt innerhalb weniger Tage die Überweisung der Entschädigungszahlung auf das angegebene Konto. Zudem erhalten die Kunden eine Aufstellung der entschädigten Kapital- und Zinsbeträge.

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